Dignitas Infinita. Ein Dokument ohne Glaube für eine Welt ohne Glaube. Joachim Heimerl.

24 Aprile 2024 Pubblicato da

Marco Tosatti

Liebe Freunde und Feinde von Stilum Curiae, Joachim Heimerl, dem wir herzlich danken, bietet Ihnen diese Überlegungen zu „Dignitas Infinita“, dem jüngsten Dokument der Glaubenslehre, zur Kenntnisnahme an. Viel Spaß beim Lesen und Verbreiten.

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Der römische Glaubensverlust und das Dokument über die Menschenwürde.

– Ein glaubensloser Text für eine glaubenslose Welt.

von Joachim Heimerl

Kürzlich lies Kardinal Robert Sarah aufhorchen, als er vom „Atheismus“ sprach, der in der Kirche um sich greife. Damit meinte er keineswegs die neuheidnische Peripherie, im „synodalen“ Deutschland, sondern er bezog sich auf das Zentrum der Kirche: auf Rom.

Auch Bischof Joseph Strickland, die prophetische Stimme aus Texas, vertrat diese Position. In einem Brief an die Gläubigen schrieb er, dass es im Vatikan viel zu viele Kräfte gebe, die den übernatürlichen Glauben zerstören wollten; ausdrücklich bezog er sich dabei auf eine große Anzahl hoher Prälaten.

Insidern ist all dies nicht neu, und der Masse der Gläubigen, wird es umso bewusster, je häufiger Rom mit fragwürdigen Entscheidungen und umstrittenen Dokumenten aufhorchen lässt.

Wer glaubt, ich würde mich hier einmal mehr auf „Fiducia supplicans“ und die sogenannte „Segnung“ sogenannter „irregulärer Paare“ beziehen, der irrt. Dass Rom hier den Boden des christlichen Glaubens und der göttlichen Offenbarung verlassen hat, ist so eindeutig, dass man nicht noch einmal darauf hinweisen muss.

Interessanter wird es da schon, wenn man sich mit dem jüngsten Dokument über die Menschenwürde befasst, das den Titel „Dignitas infinita“ trägt: „unbegrenzte Würde“.

Das klingt schön und niemand wird dagegen Widerspruch wagen; dabei ist schon der Titel so glatt und oberflächlich, wie er gefällig ist. Ein politischer Text könnte ebenso überschrieben sein, sicher klänge das nur weniger pathetisch.

Immerhin: Jeder weiß, dass die Menschenwürde von niemand begrenzt werden kann und dass bestimmte Rechte, etwa die Grundrechte, „vorstaatlich“ sind, das heißt, niemand und auch nicht der Staat kann diese Rechte irgendjemand entziehen. – Schön und gut, aber mal ehrlich: Für all dies braucht es die Kirche nicht, auch wenn sich „Dignitas infinita“ mit der Verletzung der Menschenwürde an zahlreichen Beispielen auseinandersetzt.

Insgesamt bietet das Dokument deshalb „nichts Neues unter der Sonne“, und die meisten Leser legen es achtlos beiseite. Im Grunde handelt es sich um einen überflüssiger Text, dem man anmerkt, dass zu viele Autoren an ihm herumgebastelt haben: Er ist weder aus einem Guss noch ein großer Wurf und vor allem fehlt im das Entscheidende: Die religiöse Dimension.

Zwar blitzt die hin und wieder fast ein wenig verschämt auf, die großen Fragen bleiben aber dennoch ungeklärt: Was ist denn etwa mit der Menschenwürde und der Wirklichkeit der Sünde? Und welche Rolle spielt die Gnade Gottes dabei?

Hierauf findet man ebenso wenig eine Antwort wie auf die Frage, ob die Menschenwürde schlussendlich auch verspielt werden kann. – Wie hängt sie denn mit dem ewigen Heil zusammen, und was ist mit jenen, die dieses Heil verfehlen? Gibt es in der Hölle eine Menschenwürde und ist sie dort ebenfalls „unbegrenzt“? Und wie ist es bitte um jene bestellt, die die Würde von Millionen mit Füßen getreten haben, mit Hitler und Stalin zum Beispiel?

Über all dies schweigt sich das Dokument geflissentlich aus. Man gewinnt den Eindruck, die „unendliche Würde“ ist nur eine rhetorische Leerformel, die man mit dem Wichtigsten nicht füllen wollte: Mit dem katholischen Glauben und vielleicht noch nicht einmal mit den entscheidenden Fragen des Christentums.

Insofern ist dieses Dokument nicht nur hübsch und harmlos, sondern irgendwo auch ein Ausdruck einer neuen Glaubenslosigkeit, kurz dessen, was Kardinal Sarah den „Atheismus“ in der Kirche genannt hat. Dass der immer mehr um sich greift, ist allenthalben zu beobachten und nicht Wenige haben die Worte unserer Lieben Frau von La Salette (1846) im Ohr: „Rom wird den Glauben verlieren und Sitz des Antichrists werden“.

Das klingt freilich ungeheuer, und schon deshalb hat man sich nach der kirchlichen Anerkennung der Erscheinung beeilt, diesen Teil der Botschaft zu nivellieren. Umso interessanter wird es aber zu beobachten sein, dass sich der Himmel eben niemals irrt.

Dass der Glaubensverlust in Rom längst eingesetzt hat, ist ja schon heute nicht mehr zu bestreiten.

Wir erinnern uns: Papst Franziskus vertritt – privat – die Ansicht, die der unsägliche Präfekt des Glaubensdikasteriums, Kardinal Fernandez, offen propagiert, nämlich die, dass die Hölle leer sei.

Jesus Christus hat das glatte Gegenteil davon gesagt und genau hier liegt das Problem: Wenn die Hölle leer ist, braucht es kein Kreuz und keine Erlösung, keine Kirche und keine Gnade.

Auch die Menschenwürde ist dann nur ein menschengemachtes Vehikel, und trotz des schönen Titels bleibt „Dignitas infinita“ im Grunde eben dies: Ein glaubensloser Text für eine glaubenslose Welt; „nichts neues unter der Sonne“.

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